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Die Herrscherin veröffentlicht heute ihr Debut: Das neue Album von L’Imperatrice

5. April 2019 2 min read

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Die Herrscherin veröffentlicht heute ihr Debut: Das neue Album von L’Imperatrice

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Wie geht es uns Musikjournalisten denn heute so? Hängen uns die Kritiken zum Hals heraus? Sehnen sich die Finger nach tastaturfreiem Urlaub und die Seele einen mit mehr Ruhm und Ehre erfüllteren Job? All diese Fragen haben schon einige Journalisten dazu bewogen, einen anständigen Beruf auszuüben. So auch den Pariser Charles de Boisseguin. Er bringt heute ein neues Album heraus und es heisst Matahari.

Der unzufriedene Kulturjournalist schrieb bei der beliebten französischen Kulturzeitschrift Les Inrockuptibles und sah irgendwann vor lauter Kritiken die Musik nicht mehr. Nachdem er 2007 ein eigenes Musikmagazin, welches als Hommage an die grössten Keiths alles Zeiten diente, gründete, verspürte er immer mehr den Drang nach einem Rollenwechsel. Und der kam.

Es ist ein wundervoller Frühling im Jahr 2012 als eine neue Herrscherin die Welt erblickte. Sie heisst, ganz einfach, L’Impératrice. Zu Deutsch: Die Herrscherin. In dieser Zeit erprobte de Boisseguin die wundervollen Welten der Synthesizer und begann damit, seinen eigenen feinen Sound zu ertüfteln. Es schien naheliegend, dass bald weitere Mitglieder dazu stossen werden. Schlagzeuger, Bassist, Keyboarder, Gitarrist und schlussendlich Flore Benguigui, die Stimme der Gruppe machten aus einem Ein-Mann-Projekt ein Kollektiv spriessender Ideen und mit grossem Potenzial.

Und nun ist es da, das neue Album von L’Impératrice. Es heisst Matahari und ist ein wahres Wunderwerk der Musikkomposition. Nachdem die Band schon mit alten Songs wie Vanille fraise einen grossen Erfolg in Frankreich geniessen durfte, versucht sie nun die Weltherrschaft zu übernehmen. Die Herrscherin aus Paris hat nämlich mit dem heutigen Tag ihr Debut veröffentlicht – und es hat ein Riesenpotenzial.

Grundsätzlich ist das Album, wie es zu erwarten war, eine Mischung aus allen Komponenten aus ganz verschiedenen Genres. Ist es die suggestive Art und Weise, auf welche es die Band schafft, das Publikum mit ihren vermeintlich simpel gehaltenen Synth-Pop-Leads, zu fesseln? Oder steckt da mehr dahinter?

Einerseits spielt bestimmt die Stimme Benguiguis eine beträchtliche Rolle, da sie mit ihrer voluminösen und doch auf einem sehr zarten Weg eindringlichen Stimme, dem Sound sehr anpassungsfähig und somit abwechslungsreich Aroma beifügt. Allerdings ist es auch die Musik an sich, die so unglaublich unterschiedlich ist. Die Wahl der Instrumente, die Komposition der Ebenen, welche die einzelnen Instrumente aufbauen, geben dem Album eine sehr grosse Spannung. Ob mit funkigen Beats oder Hip-Hop-Einlagen, der Band aus Paris gelingt es, in einem einzigen Album so hohe Kontraste zu bieten wie es noch manche andere Bands nicht in ihrer gesamten Karriere hinkriegen.

Das Album ist ab heute im Handel erhältlich.

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